Woran können wir noch glauben, wenn wir nicht einmal unseren eigenen Augen trauen können? In E.T.A. Hoffmanns Nachtstück Der Sandmann verliebt sich der Protagonist Nathanael nach einem wiedererweckten Kindheitstrauma in Olimpia und erkennt viel zu spät, dass sie kein Mensch, sondern ein Automat ist. In Zeiten von Deep Fakes und KI-Fluten bringen wir diesen Albtraum neu interpretiert auf die Bühne. Nathanaels Trauma wird zum Ergebnis einer postkapitalistischen Depression. Heimgesucht von den Geistern der 1980er Jahre sucht er Halt in den emotionalen Versen der Dark Wave- und Goth-Musik. Während seine konsumbegeisterten Yuppie-Freund:innen einem Selbstoptimierungswahn aus Skincare und Sport-Routinen verfallen, scheint Olimpia als künstliche Intelligenz die Einzige zu sein, die ihn versteht. Kann sie womöglich zwischen den auseinanderdriftenden Lebenswelten vermitteln?
- Inszenierung: Lea Iris Meyer
- Bühne: Ella Hölldampf
- Kostüm: Paul Vogler
- Dramaturgie: Rebecca Raitz
- Maske: Binks Mooney, Felicitas Barth
- Darsteller:innen: Vera Herberich, Frieda Lüttringhaus, John Ragner, Finn-Morten Schuy
- Band: Jakob Eberl, Tibor Lampe, Rei Kondakciu
Eine Produktion des Studiengangs Regie für Musik- und Sprechtheater, Performative Künste, Leitung: Prof. Sebastian Baumgarten
In Kooperation mit