„Ach die Wirklichkeit, die Wirklichkeit!“ - Roberto Arlt, Die Sieben Irren (1929)
Wie ein Fiebertraum liest sich Roberto Arlts Erzählung: Gedemütigt von seiner mittellosen Existenz am Rande einer aufstrebenden Gesellschaft wandelt Remo Erdosain – Schuldeneintreiber und gescheiterter Erfinder – durch ein Buenos Aires voller großer Utopien und dystopischer Abgründe.
Seine Begegnung mit einer merkwürdigen Geheimorganisation verspricht die Erlösung aus der prekären „Zone der Angst“ und den gesellschaftlichen Umbruch, von dem auch er zu profitieren hofft. Fasziniert von den Ermächtigungsplänen der Verschwörer:innen, verliert Remo zunehmend den Bezug zur Realität.
Niklas Draeger und sein Team übertragen den Großstadtroman aus den 1920er Jahren auf eine Gegenwart, in der die Deutung der Wirklichkeit immer undurchsichtiger wird und politische Entscheidungen zunehmend auf Basis ideologischer Narrative statt realistischer Visionen getroffen werden. Ein multimediales Ringen mit der politischen Gewalt der Fiktion.
- Inszenierung: Niklas Draeger
- Bühne: Lukas Kesler
- Kostüm: Anna Philippa Müller
- Dramaturgie: Antonia Grahmann
- Darsteller:innen: Salome Kießling, Volodymyr Melnykov, Hannah Portev, Nikolay Sidorenko, Camilo Tupac Amaru Störmann, Tegest Worku
Eine Produktion des Studiengangs Regie für Musik- und Sprechtheater, Performative Künste, Leitung: Prof. Sebastian Baumgarten
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Werkeinführung