Die Bayerische Theaterakademie August Everding hat ihre Absolventin Tanja Milošević mit dem renommierten Klaus Zehelein Preis 2025 ausgezeichnet – dem weltweit einzigen Nachwuchspreis für Dramaturg:innen.
Die dramaturgische Arbeit erfordert die Bereitschaft, immer wieder nach einem neuen und offenen Anfang zu suchen. Tanja Milošević, so die Begründung der Jury, begegne dieser Herausforderung beharrlich, mit hoher zwischenmenschlicher Sensibilität und großer Neugier für neue Stoffe. Zudem lobte die Jury Miloševićs hochqualifizierte konzeptionelle Praxis, in der es ihr gelingt, „auch hermetische Stoffe mit klugen Fragen zu öffnen und in verschiedenste Richtungen ausufernde Diskurse so lange zu bearbeiten, bis sie notwendigerweise ineinander verflochten sind“.
Während ihrer Studienzeit an der Bayerischen Theaterakademie erwies sie sich in verschiedenen Genres als äußerst kompetente Dramaturgin. So wirkte sie einerseits an performativen Formaten mit, wie Lightyears Beyond the Expected (Regie: Mehret Mareike Behschnitt), an der Musicalproduktion MOZART! (Regie: Andreas Gergen) und an der musiktheatralen Suche In Linien. An Linien entlang (Regie: Nick Tlusty). Andererseits bildete sie in ihrer Masterarbeit über eine Ballettproduktion Fluide Übergänge. Narration und Bewegungsrepertoire in Wayne McGregors ‚The Dante Project‘ einen wissenschaftlich ausgereiften und persönlichen Schwerpunkt aus.
Besonders betonte die Jury Miloševićs außerordentliches Engagement für das studentische Festival UWE 2025, für dessen Kuration, Organisation und Durchführung sie maßgeblich verantwortlich war. Nach ihrem Studium wird sie als Projektkoordinatorin der Magdeburger Telemann-Festtage tätig sein.
Der Klaus Zehelein Preis, initiiert von der Lo Eitle Stiftung und mit 3.000 EUR dotiert, würdigt seit zehn Jahren herausragende Talente der Bayerischen Theaterakademie August Everding und soll die zentrale Rolle der Dramaturgie im Theater sichtbarer machen.
Namensgeber Prof. Klaus Zehelein, langjähriger Intendant der Staatsoper Stuttgart und ehemaliger Präsident der Bayerischen Theaterakademie, gilt als prägende Figur der deutschsprachigen Theaterlandschaft und Visionär einer kollektiven Theaterästhetik. Die Jurymitglieder sind Lars Gebhardt (Künstlerischer Direktor der Bayerischen Theaterakademie August Everding), Lene Grösch (Schauspieldirektorin am Staatstheater Nürnberg), Dr. des. Antonia Leitgeb-Busche (Chefdramaturgin am E. T. A. Hoffmann Theater Bamberg und Studiengangsleitung Dramaturgie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding) und Dr. Olaf Roth (Leitender Dramaturg der Bayerischen Staatsoper).
V. l. n. r.: Dr. des. Antonia Leitgeb-Busche, Lars Gebhardt, Preisträgerin Tanja Milošević, Dr. Olaf Roth, Prof. Dr. Christiane Plank-Baldauf und Axel Thiele-Müll (Lo Eitle Stiftung). Foto: Cordula Treml